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23/06/2012

Kennen Sie schon den Leiter der Geschäftseinheit Giorgio Cassanmagnago, Quadpack Italien?

Giorgio Cassanmagnago erklärt die Rolle der italienischen Niederlassung für die internationale Strategie der Quadpack-Gruppe.

Quadpack: Könnten Sie uns den italienischen Kosmetikmarkt beschreiben?

Giorgio Cassanmagnago: Der italienische Kosmetikmarkt ist in Europa am weitesten fragmentiert. In Punkto Marktvolumen lässt er sich mit Großbritannien vergleichen und liegt bei etwa 8,4 Mrd. €. Es gibt nicht viele internationale Akteure in Italien. Stattdessen haben wir über 1.000 Marken, eine Vielzahl von Lohnabfüllern und Private-Label-Hersteller. Italien ist die Heimat der dekorativen Kosmetik und produziert über 60 Prozent der weltweiten Make-up-Erzeugnisse.

Quadpack: Und wie verkaufen diese Kosmetikmarken ihre Produkte?

Es ist eine interessante Tendenz der Marken zu beobachten, zunehmend ihr eigenes Verkaufsnetzwerk aufzubauen. Sie gehen immer mehr dahin, ihre eigenen Monobrand-Store-Ketten zu eröffnen. Dadurch nimmt die Anzahl der neuen Marken auf dem Markt stark zu und wir können mit vielen von ihnen zusammenarbeiten, um ihnen zu helfen und ihre Reaktionszeit zu reduzieren. Viele italienische Unternehmer konzentrieren sich aber auch auf den Export in Entwicklungsmärkte wie China und Russland. Auch hier können wir die entsprechende Infrastruktur zur Unterstützung dieser Vorhaben bieten.

Quadpack: Welche Rolle spielt Quadpack Italien innerhalb der Gesamtgruppe?

Quadpack Italien ist Vorreiter der Gruppe im Bereich dekorative Kosmetik. Wir liefern dem Unternehmen die strategische Grundlage und bilden das Bindeglied zu der internationalen Premium-Quelle der dekorativen Kosmetik. So fungiert Italien als Brücke zwischen den internationalen Quadpack-Vertriebsteams und unseren Produktionspartnern vor Ort. Wir haben exklusive Vertriebsabkommen mit dem Mascara- und Lippenstift-Spezialisten Brivaplast und dem Hersteller von Duft- und Hautpflegeverpackungen Premi. Italien wartet mit einer Reihe von Spitzenherstellern auf und ist ideal situiert, um ihre Expansion zu unterstützen und die wachsende Nachfrage nach lokalen Anbietern in Europa zu bedienen.

Quadpack: Wie sind Sie eigentlich zu Quadpack gekommen?

Ich habe mehrere Jahre für einen großen italienischen Verpackungshersteller gearbeitet. 2009 kam ich dann zu Quadpack, um die italienische Niederlassung mit aufzubauen. Quadpack war damals bereits aktiv in Italien aber hatte noch keine eigene Zweigstelle. Ich habe an der Zusammenstellung des derzeitigen Teams mitgewirkt und mich um die Vertriebs- und Geschäftsperspektive gekümmert. Und gerade habe ich meinen GEMBA an der IESE Business School abgeschlossen und endlich wieder etwas mehr Luft!

Quadpack: Sie sind gerade in ein größeres Büro umgezogen. Das Geschäft scheint demnach gut zu laufen.

Das stimmt: Wir beschäftigen mittlerweile sieben Mitarbeiter und haben gerade unser neues Büro in Mailand eröffnet. Unser Designer-Showroom ist der Stolz der ganzen Gruppe. In den drei Jahren, seit ich im Unternehmen bin, ist der Konzern um 40 % angestiegen und das Geschäftsvolumen hat sich verdreifacht. Die Wirtschaftskrise wird dieses Jahr zu spüren sein und viele Firmen werden auf ihre Bestände zurückgreifen, um das Tief zu überstehen. Aber dafür wird sie den Markt konsolidieren und ihn letztendlich übersichtlicher, stärker und reifer machen.

Quadpack: Wie fühlt es sich an, bei Quadpack Italien zu arbeiten?

Giorgio Cassanmagnago: Wir sind ein tolles Team und arbeiten gerne zusammen. Wir kommen alle aus unterschiedlichen Richtungen vom Marketing bis zur Produktion. Das hilft, um Projekte aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Als Teil einer internationalen Organisation kann man hier eine Menge lernen und sich eine globale Herangehensweise aneignen.

Quadpack: Was kommt Ihrer Meinung nach als Nächstes in der Kosmetikverpackungsbranche?

Obwohl die technische Weiterentwicklung nicht einfach ist, treten aufgrund des gestiegenen Bewusstseins auf Verbraucherseite derzeit umweltfreundliche Verpackungen stärker in den Vordergrund. Der CO2-Fußabdruck ist dabei ein Faktor. Darum wird die Beschaffung von Mitteln vor Ort oder die Aufteilung asiatischer und europäischer Lieferketten zunehmend an Bedeutung gewinnen.